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Gips - mehr als weißes Pulver
 
Anhydritlösung durch Regenwasser
 
Grottenstein (Igelsumpf bei Woffleben)
 
 
Gipshöhlen - Höhlen der Superlative

Fritz Reinboth

Die Gipshöhle Optimisticheskaya in Podolien (Ukraine) galt zeitweise mit einer Gesamtganglänge von 108,3 km (Stand: 1979, nach Dublyanskii) als längste Höhle der Welt, bis sie vom Flint-Ridge-Mammoth-Cave-System in Kentucky entthront wurde. Hier handelt es sich um ein riesiges Labyrinth relativ enger Gänge, das sich auf einem Areal von nur rund 1,1qkm ausbreitet. In Podolien gibt es weitere, ebenfalls sehr große Gipshöhlen dieser Art.

Die Himmelreichhöhle bei Walkenried besitzt einen der größten Einzelhöhlenräume Deutschlands. Ihre Haupthalle ist nicht weniger als 180 m lang, über 80 m breit und bis 15 m hoch. Trotzdem erscheint sie nicht in der Rangliste der „längsten und tiefsten Höhlen“! Dagegen wird darin die Gipshöhle Höllern bei Windsheim in Franken mit 1040 m sogenannter „Gesamtganglänge“ geführt. Das ist natürlich eine eindrucksvolle Zahl. Einen Vergleich mit der Himmelreichhöhle hält sie allerdings nicht aus: die von der Himmelreichhöhle eingenommene Fläche ist doppelt so groß als die der ganzen Höllern!

Superlative ganz anderer Art sind die Zwerglöcher bei Walkenried: sie gehören zu den kleinsten katastermäßig erfassten Höhlen der Welt. Grund für diese Sonderstellung ist die relative Seltenheit dieses Höhlentyps.

Die Zwerglöcher („Quellungshöhlen“) entstehen bei der Umwandlung des Anhydrits zu Gips. Diese „Vergipsung“ ist mit einer Volumenvergrößerung von 17% in einer Achse verbunden. Durch die dabei entstehenden Scherspannungen bilden sich Ablösungsflächen (es bedarf also keiner tonigen Zwischenschichten, wie man früher annahm). Über diesen Ablösungsflächen wölben sich die vergipsten Gesteinslagen zu kleinen Kuppeln auf. Die größte Quellungshöhle war die 1967 eingestürzte Waldschmiede im Blumenberg mit etwa 2m Höhe.

Die als „Lichtensteinhöhle“ bekannt gewordene Rotkamphöhle bei Förste ist nicht allein wegen ihrer frühgeschichtlichen Funde, sondern auch durch ihren teilweise stalaktitischen Gipssinter und ihre Gipskristallrasen bemerkenswert.
 
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