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Gips - mehr als weißes Pulver
 
 
Zeichnung vom Steinbruch am Röseberg
 
Werbegraphik der Kutzhütte II

Grottenstein (Igelsumpf bei Woffleben)

Prägestempel der Fa. Rohde
 
Gips in Malerei und Dichtung

Fritz Reinboth

Der Gips war nicht nur Material für Bildhauer, sondern lieferte auch indirekt zahlreiche Sujets für Maler und Zeichner. Der berühmteste von ihnen ist Ludwig Richter, der für ein Buch der Reihe „Das malerische und romantische Deutschland“ 1836 den Harz bereiste und die Vorlage für den bekannten Stahlstich des Sachsensteins lieferte. Der Stich hat hohen Dokumentarwert, denn er zeigt den heute größtenteils mit Kiefernhochwald bestandenen Sachsenstein noch völlig kahl.

Hübsch ist ein Aquarell von Anna Meier, das die Ölmühle mit ihren beiden Brüdern Albrecht und Felix Meier und ihrem Neffen Felix junior darstellt. Von Anna Meier stammen auch drei Zeichnungen des Gipswerks am Röseberg um 1870.

Ein international bekannter Maler war auch Eugen Bracht aus Dresden, der sich 1899 im Goldenen Löwen einlogiert hatte. Zahlreiche Skizzen und Gemälde zeugen von seiner Begeisterung für die Walkenrieder Landschaft. Besonders die Teiche hatten es ihm angetan. Bracht entdeckte damals auch die malerischen Reize von Industriebetrieben. So malte er den Pfeifferschen Gipsofen (Kutzhütte II) in eher konventioneller Manier. Roter Ton, weißer Gips und der aus den Estrichöfen aufsteigende Wasserdampf bilden die reizvollen Kontraste dieses Bildes.
 
Weit moderner wirkt seine frech hingehauene Skizze der Walkenrieder Gipsfabrik, wie sie sich im Faulen Sumpf spiegelt. Das Bild galt hier als verschollen, bis wir es auf der Homepage einer Ausstellung in Frankfurt entdeckten.

Spätere Maler, die Motive aus der Gipslandschaft heimtrugen, waren die Harzer Karl Helbing, Walther Reinboth und Walter Schäfer. Karl Helbing (1906-2008) war Graphiker und lebte zuletzt in seinem Geburtsort Walkenried. Walther Reinboth (1899-1990) stammte aus Nordhausen und war bei der Firma Börgardts tätig, zuletzt als Prokurist. Walther Schäfer (1909-1990), geboren in Zorge, lernte in Nordhausen den Beruf als Lithograph. Später war er Fotomeister an der Landesbildstelle Weimar und wirkte zuletzt in Karlsruhe.

Mit Gedichten über das Thema Gips ist es so eine Sache. Gips reimt sich nun mal nur auf unpoetische Dinge wie Schlips, Schwips oder Grips, und der Verfasser der oben zitierten „Hymne an den Gips“, Otto Mack, hat diesen Reim vorsichtshalber vermieden. Und trotzdem - ein namhafter Dichter hat den Reim geschafft!

Im Park

Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum
Still und verklärt wie im Traum.
Das war des Nachts elf Uhr zwei.
Und dann kam ich um vier
Morgens wieder vorbei,
Und da träumte noch immer das Tier.
Nun schlich ich mich leise - ich atmete kaum -
Gegen den Wind an den Baum
Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.
Und da war es aus Gips.

Joachim Ringelnatz
 
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